Via ferrata Ernesto ´Che´ Guevara – DIE WAND

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DIE WAND, wie ich den Via ferrata Ernesto ´Che´ Guevara nennen würde, war bereits 2017 eines unserer Ziele, wobei es dafür letztes Jahr Ende Juli definitiv zu warm gewesen wäre.

Warum? Später dazu mehr …

Im Internet wird immer davon gesprochen, man könne auf dem Parkplatz des Schotterwerks parken. Mittlerweile wurde der Parkplatz aufgeteilt in einen privaten Werksparkplatz und einen öffentlichen Parkplatz mit Einschränkungen. Hier sollte man genau schauen, wo man parkt bzw. wo es absolut untersagt ist ;-)

Aufgrund einiger Unsicherheit bzgl. der Parksituation entschieden wir uns, vor Ort, die Mitarbeiter der ansässigen Firmen anzusprechen.

Sehr erstaunt darüber, dass sich jemand dafür interessiert bzw. sich kümmert ob er wirklich dort parken darf, halfen sie uns gern die Parksituation zu entschlüsseln.

Parkplatz:

Auf der Skizze sind die möglichen Parkflächen, welche sehr rar sind GRÜN markiert und die absolut zu meidenden Flächen ROT. Man sollte also nicht nur wegen der Sonne, welche den ganzen Tag auf den Klettersteig knallt, sondern auch wegen der doch sehr wenigen Parkplätzen sehr früh vor Ort sein.

Der Platz ist zu einem aufgeteilt in einen videoüberwachten Parkplatz des Schotterwerks, auf dem das Parken für Unbefugte absolut untersagt ist und zum Anderen in einen kleinen öffentlichen Parkplatz mit Abstellflächen für LKWs und einen Bus. Die Flächen sind aber teilweise mit entsprechenden Hinweisen versehen. Es wird ungern gesehen, wenn der Privatweg zum Schotterweg zur Einfahrt zu den Parkplätzen genutzt wird. Unser Tipp, fahrt von Riva kommend bis zum Kreisverkehr am Ortsausgang und biegt von dort in Gewerbegebiet ein.

Von Sarche kommend findet man den besagten Kreisverkehr natürlich am Ortseingang von Pietramurata.

Parkplatz gefunden, Auto geparkt, Klettersets angelegt und Rucksack aufgesetzt ging es von dort aus in Richtung CHE.

Zwischen den Grundstücken ging es einen kleinen Trampelpfad an einem kleinen Weinfeld hoch bis an den eigentlichen Einstieg des Klettersteigs. Ab dem Beginn des Waldes ist der Pfad auch wieder mit den typischen Wegmarkierungen versehen, was die Wegfindung um einiges erleichtert.

Vielleicht ist diese Beschreibung diesmal ausführlicher als üblich, aber kein bisheriger Klettersteig stellte uns vor eine derartige Herausforderung beim Thema sicheres Parken und definitives Wiederfinden meines KFZs ;-)

Zu meist gibt es ja vor Ort offizielle Wanderparkplätze, dieses Mal war es leider nicht der Fall und für uns die Parksituation nicht ganz so klar. Wir hoffen euch natürlich somit die Parkplatzsuche zu erleichtern.

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Ziel, dem Via ferrata Ernesto ´Che´ Guevara und warum ich ihn als die Wand bezeichne.

Bei ´Che´ handelt es sich um eine 1400 m hohe Felswand, welche es auf dem Weg zum Monte Casale (1632 m) zu bezwingen gilt. Die Südost-Ausrichtung sorgt den ganzen Tag für Sonne. Dies mag außerhalb von Juni-August recht angenehm sein.

Letztes Jahr, Ende Juli, verzichteten wir aufgrund der Hitze auf diesen Klettersteig, aber wußten damals schon, wir kommen wieder auch wenn es dieses Jahr im Juni nicht viel kühler war. Diesmal gab es keine Ausreden ;-)

Nach circa 30 min und bereits einigen Höhenmetern, vom Auto aus, erreichten wir oberhalb vom Schotterwerk den eigentlichen Einstieg zum Klettersteig. Nach einer kurzen Pause und einem kleinen Frühstück starteten wir in die eigentliche Kletterrunde. Der Steig beginnt mit einer Rinne (A/B), bevor er über steile und glatte Platten (B und B/C) in einer Schotterquerung endet. Hier sollte man sich vor Augen halten, dass hier nun der letzte Notausstieg aus diesen Klettersteig möglich ist und einem noch bis zum Gipfel noch über 1000 Höhenmeter bevor stehen.

Wir entschieden uns natürlich zum Weiterklettern. Die Schwierigkeit des Steigs sollte in der Folge maximal C und 1- erreichen. Wir merkten jedoch schnell, die Herausforderung war weniger die Schwierigkeit der Kletterpassagen, sondern die Länge dieser und der extremen Hitze durch die permanent auf uns ein prügelnde Sonne.

Nach einiger Zeit machte auch die GoPro von Alex schlapp, so dass diese mit neuer Energie aus der Powerbank befeuert werden musste. Erst hatten wir Angst, dass dies nicht funktionieren und uns somit einige schöne Bilder durch die Lappen gehen würden, doch die Kamera verfüllte wie befohlen ihren Dienst.

Und meine GoPro konnte weiter der Fotografie und dem Filmen von Alex seiner Kletterei herhalten. Nach circa 7 Stunden, inklusive Zustieg und einigen Pausen, erreichten wir zusammen mit einem weiteren Kletterer, welcher sich uns unterwegs anschloss, den Gipfel des Monte Casale. Die Aussicht war einfach phänomenal. Der eigentliche Gipfel war nur mit einem kleinen Holzkreuz markiert.

Zwar befindet sich unterhalb des Gipfels, ein großes Gipfelkreuz aus Metall, dieses markiert leider nicht die höchste Stelle. Also wurden die obligatorischen Gipfelfotos an dem kleinen sympathischen Kreuz aus zwei Ästen geschossen.

Was man bei dieser Tour bedenken sollte, aufgrund der Länge des Klettersteigs und dem Abstieg sollte man genug zu trinken mitnehmen. Alex hatte 4,5 Liter Iso dabei und ich in zwei großen Trinkblasen zusammen 5 Liter. Alle Reserven waren bereits am Gipfel aufgebraucht. Weil die Hütte (Rifugio Don Zio Pisoni) am Gipfel geschlossen war mussten wir den Abstieg ohne neue Getränke antreten. Leider hatte sich Alex bei dem C Stück knapp vor dem Gipfel den Knöchel angeschlagen, was uns im Laufe des Abstiegs arg einbremsen sollte. Auch aufgrund der Verletzung wählten wir den längeren Abstieg über den Weg 427 Richtung Sarche zurück zum Auto. Der etwas kürzere und direktere Weg ist der 426. Allerdings wird im Internet, so auch auf bergsteigen.com von diesem aufgrund des sehr steilen Absturzgeländes abgeraten. Als wir ohne Flüssigkeitsreserven nach einiger Zeit oberhalb von Sarche die Hauptstraße nach Villa Banale erreichten wartete keine Fata Morgana auf uns, sondern ein kleiner Imbisswagen, welcher uns glücklicherweise mit Wasser und Cola versorgen konnte.

Hier entschieden Alex und ich uns ausnahmsweise zu trennen. Sein Knöchel war mittlerweile bereits etwas blau angelaufen und geschwollen. Also fiel die Entscheidung, dass er an dem Parkplatz wartet und ich die letzten 3,5 km zum Auto alleine absteige.

Hier konnte er ohne Probleme auf einer Bank warten. Ein weiter gehen wäre wahrscheinlich möglich gewesen, doch unnötiges Risiko wollten wir beide an diesem Tage nicht mehr eingehen, zumal unsere Zeit am Gardasee noch nicht zu Ende war.

Am Auto angekommen bot sich ein wunderbares Bild, DIE WAND wurde nochmals von der Abendsonne angestrahlt. Für mich hieß es nun nach fast 25 km und einer reinen Geh- inklusive Kletterzeit von knapp 7 Stunden (Zeit der gesamten Tour inklusive Pausen 11 Stunden) kurz den Anblick genießen, dann ganz schnell den zurückgelassenen Kameraden einsammeln. Denn wie bei den Navy Seals heißt es auch bei uns, NIEMAND WIRD ZURÜCKGELASSEN. :-P

Topo und Toureninfo: bergsteigen.com

 

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